Eine Reise in eine uns unbekannte Ecke Europas – ins Baltikum (Estland – Lettland – Litauen) Teil II

…..   Ziel ist der Gauja-Nationalpark mit einer Fläche von über 90000 ha der größte und älteste des Landes. Hier besuchten wir auch die größte Höhle des Landes – die Gutmannshöhle. Obwohl das Land  flach ist, gibt es hier bei Sigulda kleine Hügel mit Seilbahn, Liften und sogar eine Rodelbahn.

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Sigulda; Gutmannshöhle

Weiter ging’s dann von Sigulda Richtung Vilnius. Vorher hatten wir allerdings noch einen Pflichtbesuch im Versailles des Baltikums – in Rundäle. Dieses Barockschloss ist wirklich beeindruckend. Während der Zeit des Anschlusses an die Sowjetunion wurde das Schloss als Krankenstation und als Schule verwendet. Da sich niemand um die Instandsetzung sorgte, ist das Schloss im Laufe der Jahre fast verfallen. Erst nach der Wende wurde begonnen, dieses Juwel wieder instandzusetzen.

Nach der Schlossbesichtigung machten wir uns auf den Weg zum nächsten „Highlight“:  Berg der Kreuze. Nach ein paar Stunden erreichten wir dieses Heiligtum der Litauer und vieler Katholiken. Wenn man das nicht gesehen hat, glaubt man’s kaum und kann es sich auch nicht vorstellen: ein kleiner Hügel auf dem unzählbar viele Kreuze aufgestellt sind. Niemand kann sagen wie viele es sind denn während man schaut werden zahlreiche neue gebracht und aufgestellt. Große, kleine, aus allen möglichen Materialien – Holz – Metall – Glas – eine unvorstellbare Menge. Welche Geschichten und Tragiken wohl hinter dem einen oder anderen Kreuz steckt? Wir werden es nie erfahren – und das ist auch gut so. Jeder kann hier seine Sorgen deponieren!

Weiter ging’s – nach kurzer Strecke erreichen wir Vilnius, die Hauptstadt Litauens. Bereits am Morgen begannen wir mit der Erkundung der Stadt, die dann bei mir bis in die späten Nachmittagsstunden dauerte, weil es so viel zu sehen gibt. Mehr als 30 katholische Kirchen, 40 Klöster, Orthodoxe Kirchen und Synagogen: die St. Anna-Kirche und die Bernardiner Kirche, die Kathedrale mit dem Glockenturm, der Großfürstenpalast, der Burgberg, das Rathaus, der Präsidentenpalast und ein absolutes Highlight, die St. Peter- u. Paul Kirche. Eine Kirche die in 3 Jahren errichtet wurde. Die Ausstattung mit den beeindruckenden Stuckarbeiten dauerte dagegen 30! Jahre. Ein absolutes Meisterwerk von europäischem Rang.

Natürlich musste ich auch die „Republik Uzupio“ besuchen. Über einen der „Grenzübergänge“ erreichte ich die Republik. Übrigens ist bei besonderen Anlässen (Festivals) „Zoll“ als Eintrittsgebühr zu bezahlen. Uzupio wird auch das Montmartre von Vilnius bezeichnet, denn hier leben zahlreiche Künstler. Die Republik hat einen Präsidenten, einen Bischof und eine Armee mit 12 Männern. Bekannt ist auch die Verfassung mit 41 Artikeln – hier einige davon:

  • Jeder Mensch hat das Recht zu sterben, ist jedoch hierzu nicht verpflichtet.
  • Jeder Mensch hat das Recht sich zu irren.
  • Jeder Mensch hat das Recht einzigartig zu sein.
  • Jeder Mensch hat das Recht zu lieben.
  • Jeder Mensch hat das Recht weder berühmt noch bekannt zu sein.
  • Jeder Mensch hat das Recht zu faulenzen oder nichts zu tun.
  • Jeder Mensch hat das Recht eine Katze zu lieben und für sie zu sorgen.
  • Jeder Mensch hat das Recht für seinen Hund zu sorgen bis einer von beiden stirbt.
  • Eine Katze ist nicht verpflichtet, ihren Hausherrn zu lieben, aber in schweren  Momenten muss sie ihm beistehen.
  • Ein Hund hat das Recht Hund zu sein, usw.
    Vilnius; Stadtviertel Uzupis
    Vilnius; Stadtviertel Uzupis

    Vilnius; Verfassung Rep.
    Vilnius; Verfassung Rep.

Nun ging’s wieder zurück nach Riga. Bevor wir die Fahrt durch die unendlichen Ebenen antraten gab’s noch einen Höhepunkt: der Besuch des Wasserschlosses Trakai. Auf unserem Rundgang zur Burg schlenderten wir entlang bunter Holzhäuschen (der Karäer – die kleinste Volksgruppe in Litauen) durch das Städtchen. Beeindruckend ist diese rekonstruierte Inselburg.

Gegen Mittag setzten wir unsere Fahrt fort und am späten Nachmittag erreichten wir neuerlich Riga – Ausgangs- und Endpunkt der einmaligen Reise. Noch einmal marschierte ich über die Daugawa-Brücke (übrigens zum 7. mal!) in die Altstadt, um das eine oder andere noch anzuschauen. Am Abend war ich dann froh, die Vorzüge unseres Hotels genießen zu können.

Am nächsten Tag besuchten wir am Vormittag noch die Markthallen, bevor es dann am Nachmittag zum Flughafen und schließlich zum Heimflug ging. Pünktlich landeten wir nach einem kurzen und ruhigen Flug in München.

Eine wunderbare Reise, die uns die Schönheit und die Einzigartigkeit dieser 3 baltischen Länder gezeigt hat. Vor allem durch das Engagement unserer Reiseleiterin Ilona ist diese Reise zu einem besonderen Erlebnis, das ich nicht missen möchte, geworden.

 

 

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Eine Reise in eine uns unbekannte Ecke Europas – ins Baltikum (Estland – Lettland – Litauen) Teil I

Das hab ich mir schon lange – eigentlich schon seit dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ vorgenommen: Eine Reise ins Baltikum. Vor einigen Tagen war es dann endlich so weit. Ein bekannter Reiseveranstalter bot genau das Gewünschte an: Estland – Lettland – Litauen mit mehrtägigen Aufenthalten in den jeweiligen Hauptstädten, Fahrten durch die schier endlosen Ebenen und Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Bildergebnis für landkarte baltikum

 

Von München ging’s dann mit einer Maschine der Air Baltic nach Riga.

Dort angekommen, erwartete uns bereits unsere Reiseleiterin, Ilona,  um uns ins Hotel der Hauptstadt Lettlands zu bringen. Nach dem Bezug des Zimmer machte ich mich gleich mal allein auf den Weg, um Riga zu Fuß zu erkunden. Wind und Regen begleiteten mich bei meinem ersten Rundgang durch die mir noch unbekannte Stadt. Da unser Hotel westlich des Flusses Daugava liegt, begann der Marsch über die elends lange Brücke (etwa 1 km)

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Nach dem Kennenlern-Rundgang war ich dann am Abend froh, wieder im Hotel zu sein.

Am nächsten Morgen erwartete uns bereits unsere Reiseleiterin. Gemeinsam ging’s dann zur Stadtrundfahrt bzw. dem ausgedehnten Rundgang. Ilona zeigte uns die Stadt von der schönsten Seite: Dom – das Schloss mit dem Sitz des Präsidenten – Schwarzhäupterhaus – Rathaus – die wichtigsten Jugendstilbauten – Markthallen und viele viele Kirchen. Am Nachmittag begab ich mich dann nochmals alleine auf Tour, um die Eindrücke zu vertiefen.

Nächsten Tag verließen wir Riga und fuhren auf der „Via Baltika“ entlang der Ostsee über Pärnu, in die estländische Hauptstadt Tallinn. Auch diese Stadt ist mir unbekannt und so war ich schon gespannt, was es hier alles zu entdecken gibt. Ilona führte uns von einem Highlight zum anderen. Oberstadt/Domberg mit der Alexander-Newski-Kathedrale – Domschloss mit dem langen Hermann, Domkirche dann in die Unterstadt – mit dem Rathaus und dem Rathausplatz, der Michaeliskirche, der Katharinenkirche, St. Peter- u. Paul Kirche, usw.

Unser Hotel liegt direkt am Hafen und so konnten wir die riesigen Fähren und Kreuzfahrtschiffe, die hier anlegen und vor allem aus den skandinavischen Ländern kommen, sehen. Die Fahrgäste decken sich hier mit halbwegs leistbarem Alkohol ein.

Übrigens ist Estland in Sachen Computer – Vernetzung – IT eines der führenden Länder in Europa. Jeder Haushalt hat einen „schnellen“ Internet-Zugang. Wahlen werden hier schon jahrelang nur mehr online durchgeführt und selbst die SchülerInnen erhalten keine Zeugnisse – auch diese Daten und viele andere stehen Online bereit. Der Schriftverkehr mit Ämtern und Behörden erfolgt ausschließlich per Mail. Damit verkürzen sich natürlich auch die Erledigungszeiten enorm.

Am nächsten Tag stand dann wieder eine längere Busfahrt an…..

weiter geht’s demnächst mit Teil II